Spielregeln

Ein Bowlingspiel besteht aus zehn Durchgängen, die Frames genannt werden. Ziel beim Bowling ist, in jedem Frame möglichst alle Pins umzuwerfen. Pro Frame hat ein Spieler maximal zwei Würfe zur Verfügung, dann kommt der nächste Spieler an die Reihe.
 

 
Strike:
Alle Pins müssen beim ersten Wurf abgeräumt werden. So erhält der Spieler 10 Punkte für den STRIKE, plus die Anzahl Pins, die bei den nächsten beiden Würfen umfallen.
 
Spare:
Alle Pins müssen beim zweiten Wurf eines Frames abgeräumt werden. So erhält der Spieler ebenfalls 10 Punkte für den SPARE, plus die Anzahl Pins, die beim nächsten Wurf umfallen.
 
Split:
Ein SPLIT bedeutet, dass nach dem ersten Wurf die stehen gebliebenen Pins so weit auseinander stehen, dass sie durch den zweiten Wurf fast unmöglich abgeräumt werden können. Deshalb wird ein SPLIT auch als der schwierigste Wurf beim Bowling betrachtet.
 
Double:
Double bedeutet wenn man zwei STRIKES in Folge erzielt. Die Punktzahl beim ersten STRIKE beträgt 10 und beim Zweiten 20 Punkte. 
 
Turkey:
Für einen TURKEY sind drei STRIKES in Folge erforderlich. Bei einem TURKEY zählt jeder gemachte STRIKE und jeder zukünftige STRIKE 30 Punkte.
 
Four-Bagger:
Bedeutet wenn man vier STRIKES in Folge erzielt. Punktezahl ist genau gleich wie beim TURKEY.
 
10. Frame:
Zielt der Spieler im letzten Frame einen STRIKE, so erhält er zwei zusätzliche Würfe.Zielt er einen SPARE, so erhält er einen zusätzlichen Wurf.
 
Bierframe:
Wenn man mal nur zum Spass spielt gibt es folgende Regel: Werfen alle Spieler ausser einem einen STRIKE, muss derjenige eine "Runde" Bier ausgeben.
 
Dutch:
Ist ein Spiel das immer im Wechsel einen STRIKE und einen SPARE hat. Wenn das bis zum Ende geschafft wird hat man eine genaue Punktzahl von 200.
 
Perfektes Spiel:
Ein Spiel, in dem ausschließlich STRIKES geworfen wurden (also 12 STRIKES), erbringt in der Gesamtwertung 300 Punkte (max. mögliche Punktzahl).
 
Ries:
Die Pins werden auf eine Fläche (Ries) in einem Dreieck aufgestellt und nummeriert:
Bleiben nach einem Frame noch Pins stehen, so erhält der Spieler so viele Punkte wie die Anzahl der umgefallenen Pins. Seitlich der Bowlingbahn befinden sich zwei Rinnen. Gerät die Kugel in einer dieser Rinnen, rollt er zwingend an den Pins vorbei. Somit bekommt der Spieler keine Punkte. 
 
Für Kinder ...
...gibt es eine spezielle Spielart, die Bumper-Bowling genannt wird. Durch pneumatisches Aufstellen (Bumper) der seitlichen Rinnen wird
jeder Wurf der Kinder zu einem Treffer und die Freude ist riesengross.
Somit werden Geburtstage und andere Familienfeiern auf der Bowlingbahn zu einem Erfolg. 

 
Wissenswertes
 
 
Unterschiede zum Kegeln.
Die Lauffläche der Bahn beim Bowling entspricht der dreifachen Breite einer Scheren- oder Bohlekegelbahn (1,05 m im Vergleich zu 35 cm) und ist etwas schmaler als die Classic-Kegelbahn (Asphaltkegelbahn) mit 1,50 m in der Bandenausführung und 1,34 m in der Ausführung mit Fehlwurfrinne. Im Unterschied zu den Kegelvarianten Schere und Bohle ist sie nicht gekehlt, sondern eben ungekehlt. Die Kugel wird beim Bowling als Ball bezeichnet und ist wesentlich größer und schwerer. Um sie kontrolliert werfen zu können, sind drei Löcher für die beiden mittleren Finger und den Daumen vorhanden. Die Bezeichnung "Ball" wurde aus dem englischen Sprachraum übernommen, da es im englischen keine Unterscheidung zwischen "Kugel" und "Ball" gibt (auch Kanonenkugeln werden als Bälle bezeichnet). Es wird auf zehn Pins anstatt auf neun Kegel geworfen. Die Pins sind in einem gleichseitigen Dreieck angeordnet. Die Spitze des Dreiecks zeigt in Richtung des Spielers. Diverse Begriffe des Bowlings entstammen dem amerikanischen Ursprung und unterscheiden sich daher vom Kegeln. Beim Bowling sind die Pins in der Regel nicht an Fäden festgemacht.
 
 
Spielweise

Bowling hat nichts mit Kraft zu tun. Die einzige Kraft, die der Ball mitbekommt, ist die aus der Pendelbewegung vor dem Loslassen des Balles. Schaut man nicht auf die Pins sondern auf die Pfeile, die sich im ersten Drittel der Bahn befinden, erhöht dies die Genauigkeit.

Ein Anfänger mit einem geraden Wurf (ohne Haken!) sollte versuchen, bei mittiger Aufstellung über den dritten Pfeil zu werfen. Wichtig ist, dass man sich bereits bei der Aufstellung zum Wurf immer auf den gleichen Punkt stellt. 

Fortgeschrittene Bowler geben dem Ball eine seitliche Rotation, wodurch er einen Bogen oder Haken schlägt. Läuft der Ball schräg zwischen dem ersten und einem der beiden dahinter stehenden Pins ein, erhöht dies die Chance auf einen Strike gegenüber dem frontalen Einschlag eines geraden Laufes. Die Veränderung des Einschlagwinkels durch einen Bogen oder Haken lässt den Ball auf ideale Weise durch die Pins laufen:

Bei einem mustergültigen Strike läuft der Ball (bei Rechtshändern) zwischen Pin 1 und 3 ein und erreicht danach Pin 5, der seinerseits die 8 trifft. Von der 5 abgelenkt trifft der Ball Pin 9. Die zuerst getroffenen Pins 1 und 3 fallen zur Seite. Pin 1 fällt auf die 2, diese auf die 4 und die 4 trifft die 7. Pin 3 räumt auf gleiche Weise 6 und 10 ab. Ohne Rotation und bei flacherem Winkel ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Ball nach der Ablenkung durch Pin 1 die 5 nicht mehr erreicht, die 8 bleibt ebenfalls stehen. Durch einen minimal schlechteren Winkel kann es auch passieren, dass die Kettenreaktion an den Seiten nicht vollendet wird. Dann bleiben Pin 7 oder 10 (im schlimmsten Fall beide) stehen. Auch wenn der Ball zu frontal auf die 1 trifft, ist eine Kettenreaktion zu den Seiten Glücksache, was oft unräumbare Splits zur Folge hat. Üblicherweise stecken die beiden mittleren Finger und der Daumen in den drei Löchern (konventionelle Bohrung), bei Fortgeschrittenen oft nur die Fingerkuppen (Fingertip-Bohrung). Die Löcher sind entsprechend weiter auseinander gebohrt. Stecken nur die Fingerkuppen in den Löchern, ist eine Rotation eher realisierbar und leichter zu kontrollieren. Der Ball wird seitlich in etwa in Handshake-Position losgelassen, das erzeugt bei einem Rechtshänder einen Linksdrall. Folglich ist das Ziel zwischen Pin 1 und 3 anzuvisieren. Der nach rechts rotierende Ball eines Linkshänders hat die Gasse zwischen Pin 1 und 2 zum Ziel. Da der Profi ebenfalls auf die dreieckigen Pfeile zielt, sucht er einen Pfeil weiter seitlich, um die Rotation einzubeziehen. Ein Rechtshänder wird einen der drei Pfeile auf der rechten Hälfte wählen und alle Würfe darüber laufen lassen. Einen gänzlich anderen Pfeil zur Korrektur wird er nicht (oder nur, wenn die Bahnbeschaffenheit es unumgänglich macht) nehmen, sondern üblicherweise die Grundposition verändern. Dafür sind Markierungen im Anlaufteil der Bahn nützlich. Von diesen Punkten aus werden die einzelnen Leisten abgezählt. Auch die meisten Würfe auf die stehen gebliebenen Pins werden in dieser Weise absolviert.